Die 80er-Jahre. Damals hätte jeder ein Popstar werden können, zumindest jeder, der einen ordentlichen Ondulierstab besaß. Auch ohne tiefer gehende etymologische Ausbildung wage ich zu behaupten, dass in der Geschichte der Menschheit keine Dekade durch eine solche opulente Hässlichkeit der Haarpracht gekennzeichnet war, wie die der 80er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts. Jede, ausnahmslos jede Band der damaligen Zeit hatte Bandfotos zu verantworten, für die sie heutzutage ohne Prozess in die Todeszelle wandern müsste. Zumindest in Texas. Dasselbe gilt für die beteiligten Friseure und Fotografen, die sich dort bis ans Ende ihrer noch verbliebenen Tage wenigstens wechselseitig ondulieren und fotografieren könnten.
Wer beamen kann ist klar im Vorteil
Warubia mag in unseren Erinnerungen ein luxuriöser, gar pompöser Stern sein, doch interstellar gesehen ist es nur ein Dreckhaufen mit einem Casino und ein paar Bars. Die erträglichste von ihnen ist der 'Space-Intruder', eine ehemalige Raketenabwrackhalle in Form eines Kubus, in dem halb Manhattan Platz hätte, wenn es sich ein wenig ducken würde. Ich hatte im Casino gewonnen und wollte in den 'Space-Intruder', um ein wenig zu feiern. Dort angekommen setzte ich mich an die Bar. Schnell war ich von ein paar außerirdischen und innerirdischen Freunden umzingelt, die vorgaben, mit mir feiern zu wollen. Anfangs freute ich mich darüber, denn auf dem Video-Hologramm lief ohnehin nur ein unbedeutendes Match der westlichen Milchstrassen Kreisklasse. Das humanoide Fußballteam namens Real Madrid mühte sich nach Kräften, doch gegen die fünfbeinigen Astarier besaß es kaum eine Chance. Das war aus dem Mutterplaneten des Fußballs inzwischen geworden: Ein Provinznest am äußersten Ende der Milchstrasse.
Die Luft flimmerte unruhig über den Wüstensand, als kenne sie nur ein Ziel: Der Hitze zu entkommen. Selbst wenn es nur für die Nacht war. Frank Wessing blickte in die untergehende Sonne und schob seine Schirmmütze höher. Seine Haut hatte fast den Teint der Beduinen angenommen, was natürlich auch ein wenig an dem staubigen Sand lag, den hier jeder Schritt aufwirbelte.
Seine blonden Locken hatte er vor drei Tagen abrasiert; den Sunnyboy Wessing würde es erst wieder geben, wenn er seinen ausgezehrten Körper in einen Liegestuhl an der Copacabana geschmissen hatte. Caipirinha servierende Strandschönheiten würden ihn dann wieder zum Leben erwecken. Schön war er trotz seiner Locken nie gewesen, doch über das wichtigste Utensil eines Sunnyboys hatte er immer schon verfügt: eine gut gefüllte Brieftasche.